Nach Jahren im Korrektorat habe ich eine lange Liste wiederkehrender Fehler. Hier sind die zehn häufigsten. Jeder wirkt klein, aber zusammen machen sie aus einem Experten-Review einen Text, dem niemand glaubt.

1. „RTP“ mal so, mal so

Die Abkürzung wird groß und ohne Punkte geschrieben: RTP (Return to Player, Auszahlungsquote). Varianten wie R.T.P., Rtp oder rtp wirken nachlässig und verraten Autoren, die das Thema nicht beherrschen. Dasselbe gilt für Jargon wie FS: Für Spieler schreibt man „Freispiele“.

2. RTP als „Gewinnchance“

Der RTP ist der theoretische Anteil der Einsätze, der über einen sehr langen Zeitraum zurückfließt. Er ist weder eine Gewinnwahrscheinlichkeit noch die Garantie, dass „von 100 Euro 96 zurückkommen“.

So schreibt man es: „Der theoretische RTP des Slots liegt bei 96,2 %. Das ist ein Durchschnitt über Millionen von Drehungen; das Ergebnis einer einzelnen Session kann deutlich abweichen.“

3. Veraltete Boni

Der häufigste sachliche Fehler. Der Betreiber hat die Umsatzbedingung vor einem halben Jahr von 35-fach auf 40-fach geändert, im Review stehen aber noch die alten Zahlen. Der Spieler registriert sich, sieht andere Bedingungen – und das Vertrauen in Ihre Seite ist dahin.

Die Lösung: ein Aktualisierungsdatum im Text, ein Link zu den vollständigen Bedingungen des Betreibers und eine Überprüfung der Reviews mindestens einmal pro Quartal.

4. Erfundene oder vage Lizenzen

„Curaçao-Lizenz“ ohne Nummer oder eine „Malta-Lizenz“, die der Betreiber gar nicht hat, sind nicht nur Fehler, sondern ein Reputationsrisiko. Prüfen Sie das Register der Behörde – in Deutschland die Whitelist der GGL – und nennen Sie die Lizenznummer.

5. Gewinnversprechen

„Garantierter Gewinn“, „leichtes Geld“, „ohne Risiko“ – solche Formulierungen verstoßen fast überall gegen die Werberegeln für Glücksspiel. Mehr dazu in meinem Artikel über Stoppwörter.

6. Uneinheitliche Begriffe

„Freispiele“ im einen Absatz, „Free Spins“ im nächsten und „Gratis-Drehungen“ im dritten. Entscheiden Sie sich für einen Begriff und halten Sie ihn im Projektglossar fest. Meines finden Sie im iGaming-Glossar.

7. Währungen und Zahlen ohne Standard

500EUR, €500 und 500 Euro im selben Text – schlecht. Im Deutschen gilt: 500 € mit geschütztem Leerzeichen, Dezimalkomma (96,2 %) und Punkt als Tausendertrennzeichen (10.000 €).

8. Vorteile, die keine sind

„Benutzerfreundliche Seite“, „große Spielauswahl“, „schnelle Auszahlungen“ – ohne Zahlen sind das leere Worte. Besser: „über 4.000 Slots von 60 Anbietern“, „Krypto-Auszahlungen im Schnitt in rund 2 Stunden“.

9. Keine Nachteile

Ein Review ohne einen einzigen Nachteil liest sich wie Werbung. Ein ehrlicher Minuspunkt (hohe Mindesteinzahlung, kein Support in der Nacht) macht den ganzen Text glaubwürdiger.

10. Kein 18+-Hinweis

Eine Kleinigkeit, die ständig vergessen wird. Ein Block zum verantwortungsvollen Spielen mit Altersgrenze und Links zu Hilfsangeboten gehört auf jede Seite, die Glücksspiel erwähnt.

Gute iGaming-Texte sind mehr als richtige Kommas. Es geht um Vertrauen – und Vertrauen wird zu Registrierungen.